Kinder Stärken

Prävention und Resilienzförderung in der Kindertageseinrichtung (PRIK)

Verantwortliche / Anbieter

Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg
Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff
E-Mail: froehlich-gildhoff@eh-freiburg.de
Prof. Dr. Maike Rönnau-Böse
E-Mail: roennau-boese@eh-freiburg.de
Bugginger Straße 38 D
79114 Freiburg
Tel.: (07 61) 4 78 12 – 24
www.zfkj.de
www.resilienz-freiburg.de

Kontaktmöglichkeit in Niedersachsen

E-Mail siehe oben.

Zielsetzung

Leitziel: Kindertagesstätten sollen qualifiziert werden, offene Anlaufstelle zu sein, gezielt präventive Angebote für Kinder und ihre Bezugspersonen zu machen und Vernetzungsprozesse kontinuierlich zu gestalten, um die seelische Gesundheit von Kindern und ihren Familien zu unterstützen. Die Kindertagesstätte ist so ein zentraler Knotenpunkt im Netz resilienzförderlicher Aktivitäten.
Teilziele:

  • Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte, Entwicklung einer resilienzförderlichen Haltung,
  • Förderung der Resilienz der Kinder,
  • Zusammenarbeit mit Eltern,
  • Vernetzung im Sozialraum.

Zielgruppe

Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, Vorschulkinder 3-6 Jahre und deren Familien

Inhalte und Methodik

Das Projekt ist multidimensional angelegt und bezieht vier Ebenen mit ein: Eltern, Kindern, Fachkräfte und Netzwerke. Während der Projektlaufzeit wurde jede der beteiligten vier Einrichtungen von einer Projektfachkraft aus dem ZfKJ stundenweise begleitet.
Ebene 1: Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte durch Gesamtteamfortbildungen, Unterstützung bei der praktischen Umsetzung der Programmelemente, systematische Reflexion der Prozesse, ressourcenorientierte Fallsupervisionen.
Ebene 2: Zusammenarbeit mit Eltern zur Ermöglichung elterlicher Selbstwirksamkeitserfahrungen durch wöchentliche Familiensprechstunden in der Kita und Elternkurse.
Ebene 3: Pädagogische Arbeit mit den Kindern durch 10-wöchige Resilienzkurse und Integration der Kursbausteine in den Alltag.
Ebene 4: Vernetzung durch individuelle Unterstützung Kooperationen im Sozialraum.

Rahmenbedingungen

Eine Einrichtung, die sich projektunabhängig qualifizieren möchte, braucht ca. sechs Gesamtteamfortbildungstage durch das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ), Zeit für monatliche Fallsupervisionen durch eine externe Kraft (z.B. Erziehungsberatungsstelle), Bereitschaft zur Umstrukturierung des Alltags und Arbeiten an der eigenen Haltung.
Hilfreich ist eine einjährige Prozessbegleitung.

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Kita

Inhalt: In dem Seminar setzen sich die Teilnehmenden mit Theorien, Konzepten und Methoden der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und der Resilienz, also der seelischen Widerstandskraft auseinander. Dabei stehen verschiedene Ebenen im Blickpunkt der viertägigen Schulung:
Zum einen werden Konzepte und Methoden vermittelt und eingeübt auf deren Grundlage sich Institutionen zu einer resilienzförderlichen Organisation weiterentwickeln können. Die Reflektion der eigenen Haltung nimmt dabei einen zentralen Platz ein, da auf Grundlage der eigenen Resilienzfähigkeiten resilientes Verhalten anderer aktiviert werden kann. Zum anderen liegt der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Methoden der Resilienzförderung von Kindern im pädagogischen Alltag und durch regelmäßige Kurse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der stärkenorientierten Zusammenarbeit mit Eltern. Da Eltern maßgeblich die Entwicklung von Kindern beeinflussen, werden Möglichkeiten erarbeitet, um Ressourcen und die Erziehungskompetenz von Eltern im Umgang mit ihren Kindern zu stärken (und Fachkräfte dazu zu qualifizieren).
Die Teilnehmenden erwerben außerdem ein differenziertes Repertoire an Methoden, um Andere in die Arbeit der multimodalen Resilienzförderung einzuführen.
Umfang: Vier ganze Tage
Kosten: 500,00 Euro
Voraussetzung ist, dass pädagogische Fachkräfte teilnehmen, die ihrerseits schon (erste) Erfahrungen als WeiterbildnerInnen sammeln konnten. Die TeilnehmerInnen haben sich vor dem Kurs eigenständig in das Konzept der Resilienz und Resilienzförderung eingearbeitet.

Evaluation

Das Programm wurde in einem Kontrollgruppendesign wissenschaftlich mit einer Kombination aus Prozess- und Ergebnisevaluation begleitet. Dabei wurden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden verwendet. Die Datenerhebungen fanden zu drei Messzeitpunkten jeweils auf der Ebene der Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräften statt. Insgesamt haben 247 Kinder teilgenommen, in der Vergleichgruppe wurden 193 Kinder berücksichtigt.
Die Ergebnisse wurden in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, siehe Literatur.
Bei der Umsetzung sollte darauf geachtet werden, dass das gesamte Team an den Fortbildungen teilnimmt und die Gesamteinrichtung sich als resilienzförderliche Einrichtung begreift. Es geht nicht nur um vereinzelte Durchführungen von Kinderkursen, sondern um die Entwicklung einer resilienzförderlichen Haltung.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Multiplikatoren auf www.resilienz-freiburg.de
Durchführung seit 2005, Fortbildungen in ganz Deutschland

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Fortbildungskosten nach Vereinbarung
Prozessbegleitung nur im Rahmen von Projektaufträgen möglich

Bezüge zum Orientierungsrahmen Kita-Qualität: Gesundheit – Bildung – Entwicklung

QD 2: Entwicklung der Kita-Kultur
QK 2.1: Grundwerte und Handlungsprinzipien
QD 4: Kooperation- und Vernetzung
QK 4.5: Gemeinwesenorientierte Vernetzung
QD 5: Bildung, Erziehung und Betreuung
QK 5.3: Beziehung und Interaktion
QK 5.8: Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern

Literatur / Quellen / Praxismaterialien

  • Fröhlich-Gildhoff, K., Becker, J. & Fischer, S. (2012): Gestärkt von Anfang an Resilienzförderung in der Kita. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.
  • Fröhlich-Gildhoff, K., Becker, J. & Fischer, S. (2012): Prävention und Resilienzförderung in Grundschulen – PRiGS. Ein Förderprogramm. München: Reinhardt.
  • Rönnau-Böse, M., Fröhlich-Gildhoff, K. (2010): Resilienzförderung im Kita-Alltag. Was Kinder stark und widerstandsfähig macht. Freiburg im Breisgau: Herder.
  • Fröhlich-Gildhoff, K. & Rönnau-Böse, M. (2009): Resilienz. München: Reinhardt.
  • Fröhlich-Gildhoff, K. Rönnau, M. & Dörner, T. (2008): Eltern stärken mit Kursen in Kitas. München: Reinhardt.
  • Fröhlich-Gildhoff, K., Rönnau, M. & Dörner, T. (2007): Prävention und Resilienz in Kindertageseinrichtungen (PRiK) – ein Trainingsprogramm. München: Reinhardt.
  • Fröhlich-Gildhoff, K., Rönnau-Böse, M., Beuter, S., Fischer, S. (2011): Fünf Jahre Resilienzförderung in Kitas. Bilanz einer Erfolgsgeschichte. In: Kita aktuell BW, Heft 1/2011, S. 8-11.
  • Fröhlich-Gildhoff, K. (2009): Resilienzförderung und Bildungsgerechtigkeit – zentrale Aufgaben der Kindertageseinrichtung und Grundschule. In: Rupp H. & Schielke C.T. (Hrsg.). Gerechtigkeit in der Bildung. Jahrbuch für kirchliche Bildungsarbeit 2010 (S. 145 – 164). Stuttgart: Calwer Verlag.
  • Fröhlich-Gildhoff, K. & Rönnau-Böse, M. (2009): Resilienz, Resilienzförderung und der Personzentrierte Ansatz. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung 40. Jg., H. 4, S. 217 – 221.
  • Fröhlich-Gildhoff, K., Rönnau, M., Dörner, T., Kraus-Gruner, G. & Engel, E.-M. (2008): Kinder Stärken! – Resilienzförderung in der Kindertageseinrichtung.
In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 57. Jg., H. 2, S. 98-116.
  • Fröhlich-Gildhoff, K., Rönnau, M., Dörner, T. & Jaede, W. (2008):
Kinder Stärken! Ein Kooperationsprojekt zur Förderung der seelischen und körperlichen Widerstandskraft (Resilienz) von Kindern. In: Scheuerer-Englisch,H., Hundsalz A. & Menne K. (Hrsg.), Jahrbuch für Erziehungsberatung. Band 7 (S. 95-112). Weinheim: Beltz.
  • Fröhlich-Gildhoff, K., Rönnau, M., Dörner, T., Engel, E.-M. & Kraus-Gruner, G. (2007): Kinder Stärken! Resilienzförderung in der Kindertagesstätte unter systematischer Einbindung der Eltern. In: Prävention, H. 30. Jg., 2/2007, S. 55-60.
  • Rönnau-Böse, M., Beuter, S. & Fröhlich-Gildhoff, K. (2010): Kinder stärken! Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen und Schulen. In: Gahleitner S. & Hahn G. (Hrsg.). Klinische Sozialarbeit. Gefährdete Kindheit – Risiko, Resilienz und Hilfen (S. 182 – 196). Bonn: Psychiatrie Verlag.
  • Rönnau-Böse, M. & Fröhlich-Gildhoff, K. (2009): Kinder Stärken! – Die Förderung der seelischen Gesundheit und Resilienz in Kindertageseinrichtungen. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung 40. Jg., H. 4, S. 210 – 216.
  • Rönnau-Böse, M. & Fröhlich-Gildhoff, K. (2009): Resilienzförderung: Methoden der Stärkung von Widerstandsfähigkeit bei Kindern. In: Behr, M., Höllendampf, D. & Hüsson, D. (Hrsg.). Heilendes Spiel – Heilende Beziehung – Personzentrierte Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern (S. 121-133). Göttingen: Hogrefe.
  • Rönnau, M. & Fröhlich-Gildhoff, K. (2008): Kinder stärken – Resilienzförderung ind er Kindertagesstätte. In: Behr, M., Hölldampf, D. & Hüsson, D. (Hrsg.): Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen – Personzentrierte Methoden und interaktionelle Behandlungskonzepte (S. 121-134). Göttingen: Hogrefe.